Hunderte PV-Anlagen könnten EEG-Vergütung verlieren!

Registrierung im Marktstammdatenregister muss bis 31. Januar 2021 erfolgen

Alle Eigentümer von Solarstromanlagen und Batteriespeichern in
Ostwürttemberg sind dringend aufgerufen, sich beim Marktstammdatenregister
(MaStR) anzumelden. Wer diese formale Anforderung nicht erfüllt, verliert den
Vergütungsanspruch nach EEG.
Vor allem Eigentümer älterer PV-Anlagen haben diesen entscheidenden Schritt
noch nicht getan. Selbst Anlagen, die ihre EEG-Vergütung zum Jahresende
verlieren, müssen im Marktstammdatenregister angemeldet werden.
Das PV-Netzwerk Ostwürttemberg bittet die Gemeinden in den Landkreisen
Ostalbkreis und Heidenheim um Unterstützung, alle säumigen Betreiber von
Solarstromanlagen zu informieren. Es gibt auch Dienstleister, die die
Solaranlagenbetreiber unterstützen.

Seit der Freischaltung des Marktstammdatenregisters (MaStR) im Januar 2019 sind
alle Anlagenbetreiber (auch Betreiber von Bestandsanlagen!) aufgerufen, sich
innerhalb von 24 Monate im MaStR zu registrieren (siehe § 25 Abs. 2 MaStRV). Die
Registrierungs-pflicht gilt auch für die Anlagenbetreiber, die ihre Anlagen schon einmal
im Anlagen-register bzw. über das PV-Meldeportal der Bundesnetzagentur
angemeldet hatten. Eine automatische Datenübernahme durch die Bundesnetzagentur
in das MaStR erfolgt leider NICHT.
Nach Auskunft der Bundesnetzagentur wurden bundesweit bisher weniger als eine
Million Solaranlagen im Marktstammdatenregister gemeldet. Das ist soweit schon mal
ein guter Start. Allerdings fehlen immer noch mehr als 40% der Anlagenanmeldungen.
In den nächsten Wochen (allerspätestens bis zum 31.01.2021)
müssen somit alle bisher noch nicht im Marktstammdatenregister angemeldeten
Solaranlagen und Speicher gemeldet werden.
Eine Registrierung ist hier möglich: http://www.marktstammdatenregister.de/MaStR

Die Netzbetreiber müssen Anlagenbetreiber von an ihr Netz angeschlossenen
Bestandsanlagen schriftlich darüber informieren, dass sie ihre Anlagen im
Marktstammdatenregister registrieren müssen. Sollten Anlagenbetreiber bisher keine
Aufforderung von Ihrem Netzbetreiber erhalten haben, muss die Anmeldung der
Anlagen dennoch bis zum 31.01.2021 erfolgen!


Welche Folgen hat eine unterlassene oder verspätete Registrierung?


Bestandsanlagen mit einer Inbetriebnahme vor dem 01.07.2017:
Sollte die Meldung ins MaStR nicht bis zum 31.01.2021 erfolgen, werden Förderungen
und Abschläge ab dem 01.02.2021 nicht mehr ausgezahlt. Sobald der Anlagenbetreiber
die Registrierung im MaStR nachholt, erfolgt die Auszahlung der
einbehaltenen ihm zustehenden Vergütungen.
EEG-Anlagen mit einer Inbetriebnahme zwischen 01.07.2017 und 31.01.2019:
Die Registrierungsfrist im PV-Meldeportal betrug einen Monat nach Inbetriebnahme.
Erfolgte die Registrierung verspätet, so kann dies zum (teilweisen) Verlust der
Förderung der Anlage führen (EEG 2017 § 52 Verringerung des Zahlungsanspruchs
bei Pflichtverstößen). Eine erneute Registrierung im MaStR ist bis zum 31.01.2021
erforderlich. Erfolgt dort keine Registrierung, werden die Förderungen und Abschläge
ab dem 01.02.2021 bis zur erfolgten Registrierung vom Netzbetreiber nicht
ausgezahlt.
Neuanlagen:
Bei Neuanlagen gelten keine Übergangsregeln, sondern die einmonatige
Registrierungsfrist im MaStR. Eine versäumte oder verspätete Anmeldung einer
Neuanlage führt zu Vergütungsverlusten (siehe § 52 Abs. 1 EEG 2017).
Stromspeicher:
Auch Stromspeicher müssen im MaStR angemeldet werden. Die Übergangsfrist für die
Registrierung endet am 31.01.2021. Details dazu erläutert ein Hinweispapier der
Bundesnetzagentur .
Auch registrierungspflichtige Ereignisse wie z. B. Leistungserhöhungen oder -
verringerungen sind fristgerecht im MaStR zu melden.

Grundlegende Informationen zum Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg und
allen regionalen Akteuren gibt es unter www.photovoltaik-bw.de

Photovoltaik-Netzwerk Ostwürttemberg
Hochschule Aalen
Fabian Zippel
Beethovenstraße 1
73430 Aalen
Tel. 07361 576-5712

mailto:fabian.zippel@hs-aalen.de 

https://www.photovoltaik-bw.de/regionale-pv-netzwerke/ostwuerttemberg/

Aalen, 24. November 2020