(Defi-)Ausbildung zum Lebensretter

„Wir sind die „Defi-reichste“ Gemeinde im ganzen Ostalbkreis. Nur bringen diese Geräte nichts, solange sie nur in ihren Boxen hängen“, so begrüßte Norbert Wist, Ortsvereinsvorsitzender des DRK Westhausen, die 33 Teilnehmer. Sie waren der Einladung zur „(Defi-)Ausbildung zum Lebensretter“ gefolgt.

Dass sie sich gar nicht vorstellen können, „wie denn mit diesem Thema drei Stunden gefüllt werden sollen“ und auch die „Angst, nicht zu verstehen, wie es funktioniert“, waren die Sorgen der Teilnehmer, mit denen sie ins Feuerwehrhaus nach Westhausen gekommen waren.

„Beim Bewusstlosen Betroffenen gibt es nur zwei Möglichkeiten der Hilfeleistung: entweder er atmet und muss in die Stabile Seitenlage gebracht werden oder er atmet nicht und Sie müssen die Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen“ informierte Ausbilderin Regina Rufner die Teilnehmer.

Als dann Samuel Zoller als Betroffener in der Mitte des Stuhlkreises lag während Sebastian Rufner und Joachim Klingler als vermeintliche Ersthelfer ihn ansprachen, an den Schultern anfassten, den Kopf überstreckten und die Atemkontrolle durchführten, wurden die Maßnahmen detailliert besprochen und alle offenen Fragen ausführlich beantwortet. „Die Atemkontrolle ist der Knackpunkt, bis hierher ist es immer derselbe Weg. Dann muss ich mich entscheiden. Wenn ich sicher bin, dass er atmet, bringe ihn in die Seitenlage, damit Erbrochenes herauslaufen und der Kopf überstreckt werden kann“, erklärte Rufner den aufmerksamen Zuhörern.
In der zweiten dargestellten Situation atmete der Proband nicht und es musste die Herz-Lungen-Wiederbelebung durchgeführt werden. An dieser Stelle kam auch der Defibrillator zum Einsatz. „Wenn alles gut zusammenspielt hat der Betroffene eine Überlebenschance von 50-80 %“, erfuhren die Teilnehmer. „Wird nichts unternommen, bis der Rettungsdienst eintrifft, überleben laut Studien nur zwei von hundert Patienten.“

Mit der Erkenntnis, dass ihr Eingreifen im Ernstfall tatsächlich über Leben und Tod entscheiden kann, begaben sich die Teilnehmer an die vorbereiteten Stationen. Dort legten sie selber Hand an und führten die Herz-Lungen-Wiederbelebung über den, im Einsatzfall realistischen, Zeitraum von zehn Minuten durch. Sie konnten selber den Defibrillator in die Hand nehmen, die Elektroden aufkleben und mit den Übungsgeräten einen „Stromstoß“ abgeben und die Stabile Seitenlage üben, bis sie sich wirklich sicher waren, die Maßnahmen so zu beherrschen, dass sie sie auch im Einsatzfall anwenden können.

In der Schlussrunde wurden offene Fragen geklärt und die Teilnehmer zeigten sich erleichtert darüber, dass „es doch gar nicht so schwierig ist, wie sie befürchtet hatten“ und sie sich nun tatsächlich in der Lage dazu sehen, das Erlernte bei Bedarf umzusetzen.

Seit der Anschaffung der ersten öffentlich zugänglichen Defibrillatoren im Jahr 2012 in der Gemeinde, bietet das DRK Westhausen jährlich diese Form der Ausbildung an und konnte bisher über 350 Interessierte zu potentiellen Lebensrettern ausbilden.

>> In Westhausen sind an folgenden Standorten Defibrillatoren vorhanden<<